Philatelie im Raum Marienwerder
Der Regierungsbezirk Marienwerder, ursprünglich Teil der Provinz Westpreußen, nimmt in der Postgeschichte und Philatelie eine besondere Stellung ein. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er durch den Versailler Vertrag stark verkleinert; die östlichen Gebiete verblieben beim Deutschen Reich und wurden schließlich Ostpreußen angegliedert.
Historisch und philatelistisch am bedeutendsten ist die Phase als Abstimmungsgebiet Marienwerder im Jahr 1920. Vor der Volksabstimmung am 11. Juli 1920 (bei der über 92 % für den Verbleib bei Ostpreußen stimmten) stand das Gebiet unter der Verwaltung einer Interalliierten Kommission. In dieser Zeit wurden eigene Briefmarken herausgegeben – zunächst Germania-Marken mit dem Aufdruck "Commission Interalliée Marienwerder", später Ausgaben mit "PLEBISCITE / Marienwerder".
Stempel & Postagenturen
Sammler legen besonderen Wert auf Belege (Bedarfspost) aus der kurzen Zeit des Abstimmungsgebiets (bis September 1920) sowie auf klare Orts- und Datumsstempel der Region. Neben der Spezialphilatelie der Abstimmungsmarken umfasst das Forschungsgebiet auch die preußische Postgeschichte des 19. Jahrhunderts und die spätere Entwicklung unter der Reichspost.
- Abstimmungsmarken: Germania- und Mark-Werte mit regionalen Aufdrucken der Interalliierten Kommission (Erste Mailänder Ausgabe u.a.).
- Preußische Vorphilatelie: Stempel und Postrouten vor der Reichsgründung in Städten wie Marienwerder, Elbing und Rosenberg.
- Landpost: Erfassung der Postagenturen in kleineren Ortschaften am Rande des Weichseltals.
Wussten Sie schon?
"Das Abstimmungsgebiet Marienwerder war aufgrund seiner Lage zwischen dem entstehenden Polen, Ostpreußen und der Freien Stadt Danzig extrem bedeutsam für die damalige Transitpost – die Aufdruckmarken reflektieren diese kurze, turbulente Epoche."
Zugehörige Landkreise
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Forschungsschwerpunkte unserer Arbeitsgruppe
Innerhalb unserer Arge widmen sich spezialisierte Sammler und Forscher der detaillierten Dokumentation aller Postanstalten für Regierungsbezirk Marienwerder. Dies umfasst die Erfassung der verwendeten Stempeltypen, Portostufen, Postrouten sowie Besonderheiten wie Zensurpost, Feldpost und Bahnpost in diesem regionalen Kontext.
Die Ergebnisse unserer Forschungen werden regelmäßig in den Rundschreiben der Arbeitsgemeinschaft veröffentlicht und bilden eine fundierte Basis für den Wissenstransfer zwischen Experten und neuen Sammlern.
Bringen Sie sich aktiv ein: Helfen Sie uns, die Katalogisierung von Aufgabestempeln und Postverbindungen Ost- und Westpreußens zu vervollständigen.
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